Medienkonzept

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  • Medienkonzept der CBS Koblenz
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  • CBS Koblenz: Medienkonzept 

    Innovativ, kreativ und am Puls der Zeit...

    So gelingt digitales Lehren und Lernen mit Kompetenzen des 21. Jahrhunderts

  • Gut ausgestattet & betreut...

    Unsere Schülerinnen und Schüler können auf gut ausgestattete Computerräume und eine starke IT-Betreuung zurückgreifen...

    So gelingt digitales Lehren und Lernen!

1 Aktueller Stand: Smart School, Leitbild, Werte

1.1 Die „Smart School“ Carl-Benz-Schule Koblenz

Die Carl-Benz-Schule ist seit 2018 „Smart School“, Diese Auszeichnung zeigt, dass die CBS Koblenz in heraustragender Art und Weise heute schon Wege des digitalen Lehrens und Lernens geht. Wichtig ist uns aber, dass digitale Medien kreativ genutzt, selbst in kollaborativen Situationen erstellt und vor allem kritisch reflektiert werden. Wir als Schule möchten den didaktischen Mehrwert digitaler Medien (Stichwort SAMR-Modell) gemeinsam entdecken und zielführend im Schulalltag einsetzen. Dies bedeutet für uns, dass immer dann, wenn digitale Medien beim Erwerb von Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler hilfreich sind, die nötigen Nutzungskonzepte, didaktischen Prozesse, Technologien und gut ausgebildete Lehrende bereit sind. Da die CBS Koblenz im „digitalen Lernen“ ein großes Potential für den Kompetenzerwerb sieht, werden seit vielen Jahren diverse Projekte, welche die digitale Bildung an unserem Standort in der IT-Stadt Koblenz voranbringen, betrieben. Die CBS Koblenz war eine der ersten Schulen, die schon vor über zehn Jahren am Projekt „Medienkompetenz macht Schule“ der Landesregierung in Rheinland-Pfalz erfolgreich teilgenommen hat. Seit diesem Zeitpunkt wird an der CBS Koblenz konsequent an einer geeigneten Infrastruktur gearbeitet die digitales Lehren und Lernen fördert, das Medienkonzept in Richtung „digitales Lehren und Lernen“ weiterentwickelt und umgesetzt sowie viel Energie in die entsprechende Aus- und Weiterbildung der Lehrenden gesetzt.

1.2 Leitbild

Basierend auf dem aktuellen Leitbild möchte die CBS Koblenz für Technik auf Basis sozialer Verantwortung begeistern. Diese Begeisterung zeigt sich in vielen Maßnahmen, die an der CBS Koblenz bisher realisiert wurden und in den folgenden Kapiteln beschrieben werden. Allgemein zielt das Konzept der Carl-Benz-Schule mit seinen Angeboten im digitalen Bereich darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler, zunächst Kompetenzen im Umgang mit und im Einsatz von digitalen Medien erlangen. Darauf aufbauend werden die digitalen Kompetenzen weiterentwickelt, so dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, die Medien zielorientiert anzuwenden. Die Ausprägung dieser Kompetenzstufe variiert je nach Schulform und Ausbildungsberuf an der CBS und je nach Klassenstufe. Auch das kritische Hinterfragen sowie das verantwortungsbewusste Handeln beim Einsatze digitaler Medien wird geübt.

1.3 Ergänzende Werte

Ergänzend zum Leitbild basieren unsere Werte auf folgenden weiteren Säulen:

  • Unsere Werte an der CBS Koblenz (Leitbild Carl Benz Schule)
  • Die sechs Kompetenzbereiche der KMK
  • Kompetenzen, die im 4K-Modell beschrieben werden
  • 21st Century Skills: Kompetenzen, die auf die veränderte Lebens- und Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts angepasst wurden

Konkret finden Ausprägungen dieser Kompetenzen in projektbasierten, digital unterstützten Lehrund Lernarrangements in verschiedenen Schulformen der CBS Koblenz statt. Ein großes „Werkzeug“ ist hier der sehr große,selbst gestaltete Moodle-Bereich der CBS Koblenz (über 100 Kurse in einem Lernmanagement-System), der als digitale Grundlage dient.

Im Folgenden werden die Werte näher beschrieben.

1.3.1 Unsere Werte an der CBS Koblenz

Die CBS Koblenz hat aufgrund ihres technisch geprägten Wirkungsfelds und ihrer organisatorischen Größe gewisse Vorteile, die den Ausbau weiterer Kompetenzen in bestimmten Schulformen ermöglichen. So möchten wir über die geforderten Kompetenzen der KMK hinaus auch das Erzeugen und Verwalten selbst erstellter, digitaler Lösungen betonen: Schülerinnen und Schüler der CBS Koblenz entwickeln eigene Apps, Software-Produkte (Datenbanken, Webanwendungen, Spiele, Industrie 4.0-Dashboards, Neuronale Netze), IoT-Lösungen und digitale Medien (Lehr-Videos, Moodle-Kurse, Wikis, etc.). Der Schritt vom Verwenden hin zum Erzeugen digitaler Werkzeuge in zukünftigen Arbeitswelten bietet einen umfassenderen Kompetenzerwerb, da die zu Grunde liegenden Algorithmen selbst von den Lehrenden und Lernenden entwickelt und so tiefer durchdrungen und verstanden werden. Insbesondere durch den Fokus auf die nachfolgend beschriebenen Werte der 21st Century Skills und der 4K-Kompetenzen werden an der CBS Koblenz kreative, digitale und innovative Produkte geschaffen, die auch prämiert werden (siehe Carl-Benz Innovations-Wettbewerb).

1.3.2 Kompetenzbereiche der KMK

Die im Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz (KMK) beschriebenen sechs Kompetenzbereiche bilden eine mediendidaktische Grundlage unseres Handelns. Konkret werden die Kompetenzbereiche

  1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
  2. Kommunizieren und Kooperieren
  3. Produzieren und Präsentieren
  4. Schützen und sicher Agieren
  5. Problemlösen und Handeln
  6. Analysieren und Reflektieren

in diversen Projekten und Unterrichtseinheiten der CBS Koblenz umgesetzt und dienen als Grundlage für reflektierten Unterrichtseinsatz von Medien in ausgearbeiteten (meist digitalen) LehrLernarrangements.

1.3.3 21st Century Skills | 4K-Modell

Weitergehend versuchen wir als CBS Koblenz insbesondere auf die aktuellen Entwicklungen der Wissensarbeit in digitalen Kontexten einzugehen.

  • Immer mehr Arbeiten werden von Maschinen übernommen.
  • Jede neue Arbeit verlangt mehr komplexes Denken, situierte selbstverantwortliche Entscheidungen und Beziehungsfähigkeit.
  • Die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme sind so komplex, dass sie nur noch mit kollektiver Intelligenz bearbeitbar sind.

Das 4K-Modell hebt hier besonders Kompetenzen hervor, die an der CBS Koblenz vermehrt in digital geprägten Lehr- Lernarrangements gefördert werden:

  • Kommunikation
  • Kollaboration
  • Kreativität und
  • kritisches Denken

Das 21st Century Skills Modell deckt vier Kompetenzfelder ab, die sich thematisch zum Teil mit den vorherigen genannten Quellen überschneiden:

  • Kompetenter Umgang mit Medien, Technologien, Informationen und Daten
  • Virtuelle und persönliche Kommunikation und Kollaboration vor dem Hintergrund von Diversität
    (z.B. Interdisziplinarität, Interkulturalität, Alter)
  • Kreative Problemlösung, Innovationsfähigkeit, analytisches und kritisches Denken 
  • Flexibilität, Ambiguitätstoleranz, Eigenmotivation, Selbständiges Arbeiten

 

1.4 Berufsschule

In der Berufsschule werden je nach Ausbildungsberuf und Schülergruppe die eigenen Geräte nur in einzelnen Unterrichtsphasen oder auch über einen ganzen Schultag eingesetzt. Wie bzw. wann die Geräte eingesetzt werden, entscheidet das jeweilige Lehrerteam. Die Bauabteilung - Bereich Straßenbau - der Carl-Benz-Schule nutzt eine Unterrichtskonzeption, welche verschiedene Elemente der Informations- und Kommunikationstechnologie integriert. Besonders hervorzuheben sind die Nutzung unserer Cloudlösungen Filr und Vibe für den Austausch von Unterrichtsmaterialien, die Entwicklung einer Quiz-App, mit deren Hilfe die Auszubildenden wichtige Begriffe und Kenngrößen in der Bautechnik üben und wiederholen können, oder die Nutzung von Apps zur Evaluation des Unterrichtes. Die Unterrichtskonzeption wurde im Januar 2017 im Rahmen des Wettbewerbes „Auf IT gebaut“ ausgezeichnet. In anderen Bereichen der Berufsschule werden Simulations- und Konzeptions-Software genutzt, beispielsweise im Sanitär und Heizungsbereich, im Metallbereich (CAD), oder bei den Geomatikern (CAD, Geoinfromationssysteme, Design-Software). Innerhalb der Abteilung Elektrotechnik wird ebenso „Moodle“ als Austausch- und Kommunikationsplattform zwischen Kollegen sowie auch als Unterrichtsmedium schulintern genutzt. Hierbei dient die Plattform als Ablage zum lernfeldübergreifenden Materialaustausch, als Speichermedium für Lernvideos und Videos mit Experimenten auf der „Elektrotechnik-Labor“-Seite sowie als Plattform für komplette Lernfeldern-Arrangements mit Selbstlern-Materialen. Je nach Ausbildungsberuf und -schwerpunkt kommt in der Konzeption des Unterrichts Simulationssoftware und Hardware (Logo-Soft, Projektierungssoftware, ETS 4.0, TIA-Portal, S7-1200, ...) zum Einsatz, welche die Auszubildenden nach dem aktuellen Stand der Technik zur Verfügung steht und den zukunftsorientierten Blick auf den Umgang und die Realisierung von Industrie 4.0-Applikationen in der Prozessautomatisierung richtet.

Weiterhin sticht die große Anzahl von IT-Klassen (aktuell: 12 Klassen) an der CBS Koblenz hervor, die pro Woche bis zu 8 Wochenstunden Informatik-Unterricht in diversen Lernfeldern je nach Lehrplan erhalten. Der komplette IT-Bereich der CBS Koblenz arbeitet fast durchgängig digital mit dem Lernmanagementsystem Moodle. Die SchülerInnen entwickeln eigene Maker-Projekte mit Mikrocontrollern und Webdiensten und erstellen eine Vielzahl von Apps in diversen Projekten und Wahlpflichtfächern. Auch die Ausbildung zum CCNA (Cisco Certified Network Associate) ist fester Bestandteil in den Berufsschulklassen (z.B. Informationselektroniker), der zukünftigen HBF-IT sowie als erweiterte Qualifikationsmöglichkeit über das Wahlpflichtfachangebot der Schule möglich. Damit bietet die CBS Koblenz mit der Cisco Networking Academy schon seit vielen Jahren praxisnahe Bildungsangebote in einem digitalen Lehr- / Lernarrangement an.

 

1.5 Wahlpflichtfächer

Seit vielen Jahren wird den Schülerinnen und Schülern der Berufsschule an der CBS eine umfassende Auswahl an Wahlpflichtfächern angeboten. Ein Schwerpunkt bilden die digitalen Lerninhalte: CCNA (siehe oben), App-Entwicklung, Robotik, Mikrocontroller, Linux, Webentwicklung, ECDL, Projektmanagement, Existenzgründung, Produktdesign, Netzwerktechnik, etc. Besonders dieses Wahlpflichtfachangebot ermöglicht uns als Schule, auf aktuelle Tendenzen im technologischen und gesellschaftlichen Bereich (Industrie 4.0, Web-Apps, Internet of Things u.a.) einzugehen und diese in den Unterricht einfließen zu lassen. Nach einer Vorauswahl können die Auszubildenden unabhängig vom Ausbildungsberuf aus dieser Vielzahl ihren Neigungen entsprechend „ihr Wahlpflichtfach“ auswählen. Somit wird eine Durchmischung der Wahlpflichtfächer mit verschiedenen Berufsgruppen erreicht, womit kreative und kollaborative Arbeitsweisen gefördert werden. Angestrebt wird ein verstärkte Nutzung der Methode „Design Thinking“, um offene Unterrichtsprojekte zu initiieren und kreative Lösungen durch Schüler zu bearbeiten.

 

1.6 BVJ / BF I

Die Bildungsgänge Berufsfachschule I und Berufsvorbereitung haben „die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler auf den Eintritt in eine Berufsausbildung oder in ein Arbeitsverhältnis vorzubereiten“ (Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung: Lehrplan für das Berufsvorbereitungsjahr, S.1.) . Um diesen Zielen gerecht zu werden und die Lernenden optimal auf die Berufswelt vorzubereiten, sind ein geschulter Umgang sowie die Reflexion digitaler Medien unerlässlich. Ein Grundverständnis dieser Bildungsgänge ist es, den Jugendlichen ein selbstbestimmtes und berufsweltbezogenes Lernen zu ermöglichen. Dabei sollen sie die Fähigkeit erlangen, Medien in ihrer umfassenden Form kreativ und durchaus kritisch für eigene Informations- und Kommunikationszwecke anzuwenden (Siehe 4KModell).

Didaktisch-methodische Überlegungen

Im Fokus der Berufsvorbereitung steht unter anderem das Bewerbungsverfahren. Lernende dieser Bildungsgänge sollen die Möglichkeit erhalten, das Bewerbungsschreiben mithilfe digitaler Medien herzustellen und sich dabei an der Deutschen Industrie-Norm (DIN) orientieren zu können. Diese Lernprozesse sind für den Erwerb beruflicher Kompetenzen essentiell und gehen in analoger Form an der Lebenswirklichkeit vorbei. Aus didaktisch-methodischer Sicht ist ein Lernen anzustreben, das allen Lernenden die notwendige Ausstattung zur Verfügung stellt und zugleich den Umgang mit diesen Medien fordert und fördert. Nur wenn das Lernen sich auch den Anforderungen der beruflichen Welt und Voraussetzungen anpasst, erhalten die Lernenden eine optimale Förderung und Vorbereitung auf die Berufswelt. Wenn sich der Fortschritt von Technik und der Erwerb von technischen Kompetenzen auch in der Schulbildung widerspiegelt, bietet Schule zudem durch die Bereitstellung von essentiellen Medien auch für Schülerinnen und Schülern, die durch Chancenungleichheit geprägt sind (sprachliche Barrieren, finanzielle Engpässe etc.), dennoch gleiche Chancen und Voraussetzungen für den Einstieg in die Arbeitswelt.

Die Berufsfachschule und das Berufsvorbereitungsjahr sehen daher die Notwendigkeit, die entsprechenden (digitalen) Medien für das Bewerbungsschreiben zur Verfügung zu stellen. Schriftliche Formate wie Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf sollen zukünftig von den Lernenden mithilfe moderner Techniken erfolgen. Der Umgang mit Word, Excel und weiteren Gestaltungsprogrammen soll gefördert und erweitert werden. Somit können die Lehrkräfte Lernprozesse individueller und selbstgesteuert planen, den Umgang mit digitalen Medien begleiten und mit den Lerngruppen reflektieren.

Neben dem schriftlichen Bewerbungsverfahren beinhaltet auch der Lehrplan des Landes RheinlandPfalz für das Fach Deutsch/Kommunikation das Vorstellungsgespräch, das mittels eines Rollenspiels geübt und durchgeführt werden kann. Die anschließende Reflexion ist für die Teilnehmenden von besonderer Bedeutung, um ihren Auftritt und das Erscheinungsbild zu reflektieren. Um dies mit den Schülerinnen und Schülern genauer zu analysieren, wäre eine Video-Aufnahme solcher Rollenspiele sinnvoll. Somit erhalten alle Lernenden die Chance, ihr Handeln kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren. Die Aufmerksamkeit der Lernenden wird erhöht, da die Aufnahmen für sie einen Mehrwert darstellen und jederzeit erneut abgerufen werden können.

Gleiches gilt auch in anderen Fächern, Video- und Fotoaufnahmen für unterrichtliche Zwecke und für den Erwerb beruflicher Handlungskompetenzen sind auch im Fachpraxisunterricht von Vorteil. Lernende arbeiten an Projekten, die sie dokumentieren und präsentieren. Dafür sind ebenfalls Medien zur Verfügung zu stellen, die ihnen im Rahmen der Präsentationskompetenz und für die Dokumentation dienen. Im Fachpraxisunterricht empfinden wir den Einsatz von digitalen Medien als essentiell. Die Lernenden werden hinsichtlich ihrer gewählten Schwerpunkte gefördert und praktisch und handlungsorientiert auf mögliche Ausbildungsberufe vorbereitet. Dabei kann eine entsprechende digitale Ausstattung zudem für die Planung und Umsetzung von kooperativen und fächerübergreifenden Lernjobs von Nutzen sein. Sind z.B. Tablets für Schülerinnen und Schülern in den Fachpraxisräumen vorhanden, können sie ihre Arbeiten dokumentieren und zu einem späteren Zeitpunkt bearbeiten sowie Lernprozesse reflektieren. Darüber hinaus wäre es möglich, dass auch im allgemeinbildenden und berufsbezogenen Theorieunterricht die fachpraktischen Projekte aufgegriffen werden und auf Basis deren Dokumentationen z.B. eine Vorgangs- oder Gegenstandsbeschreibung verfasst wird. Fächerübergreifendes Lernen scheint somit für die Jugendlichen attraktiv und transparent gestaltbar.

Das von den Bildungsgängen dargestellte Medienkonzept basiert auf dem Selbstverständnis der CarlBenz-Schule sowie auf dem Kompetenzerwerb, der sich aus den Lehrplänen des Landes Rheinland Pfalz ergibt. Wir verstehen uns, insbesondere in den Bereichen der Berufsvorbereitung und der Berufsfachschule, als Lernbegleiter und Berater für ausbildungssuchende junge Menschen. Um den Lernenden ein kompetenzorientiertes und modernes Lernen zu ermöglichen, bedarf es sowohl an ansprechenden Arbeitsmaterialien als auch an der Förderung des reflektierten Umgangs mit digitalen Medien. Diese Ziele erreichen wir, wenn uns eine Grundausstattung sowie Weiterbildungen im Bereich der Digitalisierung ermöglicht werden. Jede Schule lebt von Innovation und Kreativität. Um die Lernenden auf ihren Bildungsweg zu begleiten und ihren beruflichen Kompetenzerwerb zu erweitern, muss auch Schule mit gutem Beispiel vorangehen und sich im Licht des technischen Fortschritts stets hinterfragen.

 

1.7 Höhere Berufsfachschule

Nach 9 Jahren „Automatisierungstechnik“, bietet die Carl-Benz-Schule ab Sommer 2019 die Höhere Berufsfachschule mit der neuen Fachrichtung „Informationstechnik“ an. Hier werden SchülerInnen und Schüler nach der Klasse 10 in den neuesten technologischen IT-Bereichen für eine spätere höherwertige Ausbildung oder Studium optimal vorbereitet. Durch die enge Vernetzung aller Lernfelder, der guten Kooperation mit den IT-Betrieben aus dem Raum Koblenz sowie dem 16-wöchigen Pflichtpraktikum, werden stets neue IT-Technologien mit allen Beteiligten nach aktuellen didaktischen Maßstäben behandelt und praktisch im Labor und Praktikumsbetrieb umgesetzt. Im Unterricht kommen hierbei moderne Methoden nicht zu kurz. Der unterstützende Einsatz von Tablets und Smartphones sowie BYOD (Bring your own device: ein Arbeiten mit eigenen Geräten (Laptops, Tablets, Smartphones)) , die durchdachte Benutzung von offenen Wikis und eigenen Moodle Seiten sowie verschiedensten Cloud-Systemen und moderner IT-Infrastruktur, wie z. B. das Cisco-, Industrie 4.0 und IoT-Labor, sind von großer Bedeutung in der Höheren Berufsfachschule der Carl-Benz-Schule und somit auch einzigartig in der regionalen Schullandschaft. Mit einem berufsbezogenen Stundenumfang von insgesamt 2240 Stunden in zwei Ausbildungsjahren, können die SchülerInnen und Schüler optimal auf neue IT-Herausforderungen von heute und morgen vorbereitet werden.

Unter Einbezug langjähriger Kooperationen verschiedener europäischer Partner werden mit den SchülerInnen und Schülern EU-Austauschprogramme entwickelt und anschließend u. a. bei Auslandsfahrten mit allen Beteiligten gemeinsam umgesetzt. Neben dem Wettbewerbscharakter werden hiermit auch weitreichende Kompetenzen gefördert, die sonst bei einer rein schulischen Ausbildung nicht erworben werden können. Auch bei der Teilnahme an nationalen Wettbewerben lagen die SchülerInnen und Schüler unserer Höheren Berufsfachschule meist an der Spitze (z.B. europäischer SolarbootCup mit 3x Platz 1 und 1x Platz 2, WindPowerContest mit Platz 1 und 2 sowie beim Landeshackathon 2018 in der Staatskanzlei Mainz mit dem 2. Platz).

Zuletzt runden die mit Betrieben und Schule zusammen entwickelten individuellen Abschlussprojekte die zweijährige Ausbildung ab. Aufgrund der neuen Ausrichtung in der Höheren Berufsfachschule besteht noch ein hohes Potential in der Umsetzung neuer IT-Technologien wie z.B. KI und Mixed Reality.

 

1.8 Berufliches Gymnasium IT

Ergänzend zu den Wahlpflichtfächern im Berufsschulbereich gibt es für das Berufliche Gymnasium IT verschiedene Arbeitsgemeinschaften (AG Roboter, Apps), die über das reguläre Stundenmaß hinaus angeboten werden. Das Berufliche Gymnasium mit dem Schwerpunkt Informationstechnik (BGY IT) war bis Mitte 2019 das einzige seiner Art in Rheinland-Pfalz. Der Pflicht-Leistungskurs „Informatik“ mit 23 Wochenstunden in der gesamten Oberstufe umfasst die doppelte Anzahl von Informatikstunden gegenüber Informatik-Leistungskursen an anderen Schulen! Dies bedeutet, dass digitales Arbeiten im BGyIT Alltag ist: Smartphone, Tablet und Laptop gehören zur Grundausstattung der Schülerinnen und Schüler. Die Schülerinnen und Schüler werden im Unterricht an unterschiedliche Möglichkeiten des digitalen Arbeitens herangeführt und damit vertraut gemacht. Dazu gehört u.a. das Lernen mit Wikis und unserer Lernplattform Moodle, das Arbeiten mit und Entwickeln von Apps, das Kennenlernen und Einsetzen kreativer Präsentationstechniken, das Erproben neuer Technologien im „FutureLab“ und das Programmieren. Da das berufliche Gymnasium mit dem Schwerpunkt Informationstechnik (BGY IT) aus dem Modellversuch in Rheinland-Pfalz an der Carl-Benz-Schule hervorgegangen ist, haben die ITKollegen der CBS den aktuellen Rahmenlehrplan für den Leistungskurs Informatik konzipiert und evaluiert. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keine Schule in Rheinland-Pfalz mit einem derartigen Angebot.

Alle Schüler im BGyIT erhalten ab der Klassenstufe 11 ein Tablet (iPad), mit dem in der kompletten Oberstufe in jedem Unterrichtsfach gearbeitet wird . Durch den Einsatz von Tablets in Verbindung mit geeigneten APPs lassen sich nachweislich Lernergebnisse verbessern und Unterrichtsprozesse unterstützen sowie optimieren. Weiterhin wird der professionelle Umgang mit den digitalen Medien gefördert.

Folgende übergeordnete Ziele verfolgen wir mit der iPad-Klasse:

  • Bereitstellung von Lernaufträgen in digitaler Form über Moodle oder Filr
  • Bereitstellung von Informationstexten, Literaturauszügen, etc.
  • Einbindung und Erzeugung von Podcasts und Videos, vorzugsweise im Sprachunterricht
  • Nutzung lernfördernder Apps
  • Erstellung digitaler Mitschriften
  • Schulung unterrichtender Kolleginnen und Kollegen im digitalen Unterrichten

 

1.9 Fachschulen

In den drei Fachschulen (Elektrotechnik, KFZ-Technik und Maschinentechnik) ist das BYOD – Konzept fest etabliert, ebenso das Bereitstellen von Lernmaterial über Moodle, die Zusammenarbeit mit „Filr“ oder auch die Nutzung von Webkonferenzen mit Openmeetings.

Der Einsatz aller aktuellen IT-Technologien ist in den Lernmodulen der Fachschulen selbstverständlich.

Der Kompetenzerwerb wird sehr häufig projektorientiert organisiert. Dabei sind die Labore (Industrie 4.0, Elektronik, Automatisierungstechnik, Netzwerktechnik, Messtechnik, Hydraulik/Pneumatik, Kfz, uvm.) mit ihrer jeweils fachspezifischen Hardware- und Softwareausstattung von zentraler Bedeutung. Hier ist das Ziel, in den Lernszenarien immer mit aktuellen Industrie-Lösungen zu arbeiten, um so eine hochwertige Qualifizierung und einen niederschwelligen Übergang in die zukünftigen Handlungsfelder in der Industrie sicher zu stellen.

Bei der Nutzung von Fachanwendungen wird immer eine kostenoptimale Lösung zwischen der Nutzung von Schülerlizenzen auf den BYOD-Geräten und der Bereitstellung von serverbasierten Applikationen im Schulnetz realisiert.

Durch die regelmäßige Kooperation mit Industriebetrieben wird die Eignung der zur Verfügung gestellten Hard- und Softwarelösungen immer wieder evaluiert und die Ausstattung mit den Ergebnissen weiterentwickelt.

 

1.10 Industrie 4.0 an der CBS

Das Thema Industrie 4.0 wird als Querschnittsthematik an der CBS mit gemeinsamen Projekten aus verschiedenen Bildungsgängen bearbeitet. Das Industrie 4.0 Labor wird momentan aufgebaut und steht ab Sommer 2019 zur Verfügung. Der Focus liegt in der Nutzung von Simulations-Möglichkeiten, um im Netzwerk als Simulation an und mit der Anlage zu arbeiten. Dazu gehört auch die Software für den Roboter, die ebenfalls als Simulations-Software im Netzwerk zur Verfügung steht. 

Dazu werden in einem modularen Laborkonzept unter anderem die Lernszenarien zu Themen wie Antriebstechnik, Steuerungstechnik, Robotik, CAM, Sensorik, Netzwerktechnik, Programmierung, ITSicherheit, BigData, IoT, AR, uvm. realisiert und weiterentwickelt. Das Industrie 4.0 Labor ist Teil der CBS_LABS, siehe Kapitel 6.4.

In diesem komplexen Umfeld werden auch neue Technologien (AR, VR, KI, …) zur Unterstützung und Gestaltung von Lernprozessen getestet, um ihre Eignung für andere Bereiche der CBS sicherzustellen.

In diesen Bereich gehören auch die Anschaffungen von 3D-Druckern sowie die Anschaffung eines 3D Scanners.

 

 

 

 

 

 

Das Industrie 4.0 Labor ist Teil der CBS_LABS, siehe Kapitel 6.4.